Volles Haus in Bönningstedt

Dorf-Geflüster Neujahrsempfang

Mitte Januar begrüßte Danuta Szczesniewski, Herausgeberin des Dorf-Geflüsters, rund 120 geladene Gäste des Magazins zum traditionellen Neujahrsempfang im Grammy. Darunter Kommunalpolitiker, Unternehmer aus der Region, Nachbarn und Freunde. Bereits zum 4. Mal war dieser Empfang in Bönningstedt Rahmen vieler interessanter Gespräche. Nachdem die Gastgeberin ein paar Worte an die Besucher gerichtet hatte, überließ sie die Bühne drei interessanten Rednern aus Politik und Wirtschaft.

Die erste Ansprache hielt Monika Heinold (Bündnis90/Die Grünen). „In Kiel wird viel über Ihren Neujahrsempfang gesprochen“, berichtete die schleswig-holsteinische Finanzministerin. Während ihrer Rede verglich sie das politische Geschehen mit der Planung und Zubereitung eines mehrgängigen Menüs. Auf die richtigen Zutaten und deren Zubereitung käme es an. Rote Beete, Grünkohl und Blaubeeren seien geeignete Zutaten. Entscheidend für das Gelingen aber sei der grüne Spinat. Außerdem betonte sie, wie wichtig es sei, wählen zu gehen.

Danach sprach Annabel Krämer (FDP) zu den Gästen. Sie hatte im letzten Jahr ganz knapp die Wahl zur Bürgermeisterin von Quickborn verfehlt und lobte das große Engagement der Lokalpolitiker. „Die Politikverdrossenheit ist ein großes Problem, gegen das wir etwas unternehmen müssen.“ Einen Grund dafür sah sie darin, das Geflüchtete und Superreiche momentan viel Aufmerksamkeit bekämen. „Aber wer spricht noch von der Mitte der Gesellschaft?“ In ihren Augen ein großer Fehler, denn „diese Menschen sind die Stütze der Gesellschaft“. Die Mutter von zwei Kindern ist seit fast 20 Jahren ehrenamtlich in der Lokalpolitik aktiv und betonte: „Es liegt an uns, die Menschen für eine aktive Beteiligung zu begeistern. Wir in der Politik benötigen ihre Impulse!“

Im Anschluss hielt der Unternehmer Daniel Fraga eine Ansprache. Der Inhaber des in Bönningstedt ansässigen Familienunternehmens Fraga Dental stellte das Thema Migration in den Mittelpunkt. Im Jahr 1963 hatte seine Mutter Ursula Fraga, die ebenfalls unter den Gästen war, die Firma gegründet. Die Vorfahren der Familie stammten aus Spanien. „Ich bin ein Mensch mit Migrationshintergrund – wie 17,1 Millionen andere in Deutschland“, erklärte der Bönningstedter. „Im Schnitt hat also jeder Vierte hier im Raum einen Migrationshintergrund.“ Dann sprach er über die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. „Wir haben bisher eine Willkommenskultur an den Tag gelegt, für die wir von der Welt bewundert werden. Wir müssen es schaffen!“ Alle, die unter 72 wären, hätten ein Leben in Freiheit und Frieden gelebt. „Das dürfen wir nie vergessen, wenn wir Menschen mit anderer Hautfarbe oder aus anderen Kulturkreisen aufnehmen.“ Dann sagte Daniel Frage: „Wir müssen dafür sorgen, dass wir diese Integrationskultur auch wirklich leben.“

Im Anschluss wurde das Buffet eröffnet. Und hier zeigte sich „Multikulti“ auf das Allerbeste: chinesische Suppe, mediterrane Vorspeisen, deutsches Roastbeef und vieles mehr wie Torten und verschiedene Desserts erwartete die Gäste. Wieder einmal hatten die ortsansässigen Gastronomen das Buffet mit äußerst leckeren Speisen ausgestattet.

Musikalischen Schwung brachte die Kultband “Saints in Action“ in die Veranstaltung. Die Gäste des Neujahrsempfangs sangen und swingten gutgelaunt bei den bekannten Songs mit.

Bis spät in den Abend klönten Unternehmer mit Vertretern von Vereinen, Lokalpolitiker mit Sportlern. Spannende Themen gibt es genug – Gelegenheiten, in so großer Runde zusammenzukommen aber nur selten. aw

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